Validierung
Vor der Simulation kann die Validierung mögliche Fehler im Modell erkennen. Der Simulationsprozess wird mit dem
Validieren bereits begonnen und vor dem Beginn der Betriebsoptimierung gestoppt (siehe unten: Simulationsprozess, Punkt 7). Die Eingabedaten werden auf Plausibilität überprüft, indem die Minimal- und Maximalwerte der vorgegebenen Leistungen miteinander abgeglichen werden. Nach erfolgreicher Validierung können Sie mit einem Klick auf den Button die Simulation fortsetzen.
Simulationsprozess
Die Simulation kann auch ohne vorhergehende Validierung gestartet werden.
Nach dem Start durchläuft eine Simulation mehrere unabhängige Schritte, die detailliert in der Logliste des Simulators nachvollzogen werden können (siehe folgende Abbildung).
Die folgenden acht Schritte werden in jeder Simulation in dieser Reihenfolge ausgeführt. Kommt es zu einem Fehler, so kann die Simulation vorzeitig abgebrochen werden.
Blockzerlegung
Die Blockzerlegung ist ein wichtiger Schritt in der Simulation, da hier bestimmt wird, welche Variablen aus den Eingabedaten berechenbar sind und in welcher Reihenfolge diese bestimmt werden. Sie führt zu einer erheblich größeren Flexibilität in der Modellierung, da nicht genau festgelegt werden muss, welche Größen vom Nutzer eingegeben werden und welche zu berechnen sind.
Idealerweise können am Ende alle Variablen (Symbole) ermittelt werden. Nur dann gilt die Simulation als erfolgreich durchgeführt, und die folgende Meldung erscheint.
In der Blockzerlegung wird die Reihenfolge festgelegt, in der die Variablen berechnet werden. Dazu werden die Gleichungen in kleinen Gleichungssystemen (Blöcken) gruppiert. In jedem Gleichungssystem werden Ergebnisvariablen berechnet. Ein Gleichungssystem kann von den Benutzereingaben und den in einem vorherigen Block kalkulierten Variablen abhängen.
Bei Vorgabe der Variablen a und b ergibt sich für die übrigen Variablen die Berechnungsreihenfolge:
Die Zerlegung muss nicht eindeutig sein. Im obigen Beispiel kann man auch die Blöcke 1 und 2 vertauschen.
Wichtig ist, dass jede unbekannte Variable in genau einem Block berechnet wird und die dazu verwendeten Gleichungen nur Ergebnisse aus vorherigen Blöcken benutzen. Unter diesen Bedingungen werden die Blöcke so klein wie möglich gewählt.
Blockarten
Es gibt sechs verschiedene Blockarten:
Fehlerhafte und nicht lösbare Blöcke
Fehlerhafte Blöcke werden in Meldungen mit einer blauen verlinkten Blocknummer ausgewiesen. Folgen Sie dem Link, um genauere Informationen zu erhalten. Am Beispiel der Dampfturbine können Sie dieses Vorgehen genauer kennenlernen.
Kann ein Block nicht gelöst werden (z. B. aufgrund eines Fehlers oder wegen Unterbestimmtheit), so trifft dies ebenfalls für alle Blöcke zu, in denen Ergebnisvariablen des Blocks vorkommen. Auf diese Weise kann ein fehlerhafter Block zu einer Vielzahl von nicht gelösten Variablen führen.
Zeitabhängige Simulationen
Die Zeitreihen, die für Simulationen hinterlegt sind, müssen bestimmte Eigenschaften haben. Die Schnittmenge ihrer Zeiträume ergibt den maximalen Simulationszeitraum.
Für alle Variablen, deren Berechnung von zeitabhängigen Daten abhängt, werden ebenfalls Zeitreihen als Ergebnis bestimmt.
In zeitabhängigen Simulationen wird jeder Block für alle Zeitschritte gelöst, bevor der nächste Block berechnet wird.
Die folgende schematische Darstellung der Berechnungsreihenfolge verdeutlicht, dass der Simulator die Blöcke zeilenweise löst. Gelöste Blöcke sind blau (Zuweisung, Gleichungssystem, etc.) oder rot (lineare Optimierung). Der Block, welcher aktuell berechnet wird, ist grün. Blöcke, die noch nicht berechnet wurden, sind weiß.
Um ganzjahresgekoppelte Nebenbedingungen zu berücksichtigen, wird ein spezieller Algorithmus zur ganzjahresgekoppelten Optimierung ausgeführt. Bei Zeitreihenkompression mit ganzjahresgekoppelter Optimierung oder Strukturoptimerung besteht der Rechenprozess aus einer vereinfachten Vorstufe und der Hauptstufe.





