Typische Ausgabedaten vorgeben
Unter bestimmten Umständen ist es sinnvoll und notwendig, Daten vorzugeben, die üblicherweise Ausgabedaten sind. Typische Eingabedaten, die normalerweise vorgegeben werden, können dagegen berechnet werden.
Um die komplexen Gleichungssysteme nicht über- oder unterzubestimmen, ist Expertenwissen eine unbedingte Voraussetzung.
Schreibschutz für die Ausgabedaten aufheben
In der normalen Anwendung von TOP-Energy ist die Bearbeitung der Ausgabedaten nicht möglich. Wollen Sie dennoch Ausgabedaten bearbeiten und verfügen Sie über das notwendige Expertenwissen, klicken Sie im Start-Ribbon in der Gruppe Formulare auf das Schloss für den Modelliermodus
und können dann die Ausgabedaten editieren. Das Schlosssymbol öffnet sich
. Durch einen erneuten Klick auf das Schloss schließt es sich, und der Schreibschutz ist wiederhergestellt.
Anhand des folgenden Energiesystems verdeutlichen zwei Anwendungsbeispiele, wie Sie Ausgabedaten sinnvoll vorgeben.
Eigene Betriebsweise vorgeben
Im oben dargestellten Energiesystem muss ein Wärmebedarf gedeckt werden. Dazu stehen zwei Erzeuger zur Verfügung: der Fernwärmeversorger und das BHKW. Das System hat damit einen Freiheitsgrad. Dieser Freiheitsgrad wird im Normalfall während der Simulation eliminiert, indem der (je nach Zielfunktion ökonomisch oder ökologisch) günstigste Weg, das Energiesystem zu betreiben, ermittelt wird. In einigen Fällen soll jedoch die Betriebsweise des Fernwärmeversorgers und des BHKW nicht optimiert, sondern vorgegeben werden, z. B. wenn das System nicht geregelt wird oder eine bestimmte Betriebsweise vergangener Zeiträume nachgebildet werden soll.
Um die Betriebsweise eines BHKW vorzugeben, das nicht flexibel betrieben werden soll, geben Sie im Formular der Komponente unter dem Reiter Ausgabedaten die Abgegebene Wärmeleistung ein, in unserem Beispiel 45 kW (siehe folgende Abbildung). Diese können Sie auch als Zeitreihe hinterlegen.
Führen Sie die Simulation aus. Als Ergebnis deckt der Fernwärmeversorger den Wärmebedarf in dem Maße, wie das BHKW mit seiner vorgegebenen Betriebsweise diesen nicht decken kann.
Sollte die vorgegebene vom BHKW Abgegebene Wärmeleistung den Wärmebedarf übersteigen, so ist das System ohne einen Notkühler nicht lösbar. Dies zeigt, dass beim Editieren von Ausgabedaten äußerste Vorsicht und Sachverstand geboten sind.
Volumenstrom statt Austrittstemperatur vorgeben
Normalerweise wird die Austrittstemperatur des Wärmeleitmediums vorgegeben. Mit dieser Konvention wird das Gleichungssystem aus Enthalpie- und Massenströmen sowie zugehörigen Temperaturen gelöst. Wird die Konvention eingehalten, werden die Eintrittstemperaturen und Massenströme immer berechnet. Es kommt aber vor, dass z. B. nur der Volumenstrom eines Wärmebedarfs bekannt ist und als Eingabewert verwendet werden soll. In diesem Fall kann das Gleichungssystem so manipuliert werden, dass nicht der Massenstrom, sondern die Austrittstemperatur berechnet wird. Die Vorgabe beider Werte würde das System überbestimmen. Höchstwahrscheinlich würde dann keine gültige Lösung gefunden werden.
Wenn der Volumenstrom des Wärmeleitmediums (im Formular Ausgabedaten) vorgegeben und die Austrittstemperatur (im Formular Eingabedaten) berechnet werden sollen, setzen Sie im Formular Eingabedaten der Komponente Wärmebedarf den Parameter Austrittstemperatur auf berechneter Wert. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Bezeichner Austrittstemperatur und wählen Sie im Kontextmenü Berechneter Wert (siehe folgende Abbildung).
Im Kontextmenü erscheint ein Häkchen vor Berechneter Wert. Der zu berechnende Wert wird blau angezeigt (siehe folgende Abbildung).
Im Formular Ausgabedaten geben Sie den Volumenstrom an, in unserem Beispiel 2000 l/h (siehe folgende Abbildung).
Führen Sie die Simulation aus.
Nach Abschluss der Simulation wird im Formular Eingabedaten der berechnete Wert blau angezeigt, in dem Beispiel 59,774 °C (siehe folgende Abbildung).






